Anbau-Tipps

Tomaten selber zu ziehen ist eigentlich gar nicht schwer. Gut, man sollte schon früh im Jahr mit der Anzucht beginnen und seine Schützlinge liebevoll umsorgen.

Aber der Lohn für die Arbeit läßt sich sehen und – schmecken. Denn die im Handel erhältlichen Tomatenpflanzen sind normalerweise in sehr bescheidener Sortenvielfalt erhältlich: Cocktail-, Salat- und wenn’s gut geht eine Sorte Fleischtomaten.

Aber der Stolz, den Gästen gelbe, grüne oder violette Paradiesäpfel zu servieren, ist nicht zu unterschätzen!

Also, gehen wir ans Werk. Mit den folgenden, von mir jährlich ausgeführten, Schritten sollte Ihrer erfolgreichen Tomatenanzucht nichts im Wege stehen.

  • Die Vorbereitung

    Mitte März ist ein guter Zeitpunkt, um Tomatensamen in die Erde zu bringen.

    Zuallererst fülle ich einige Pflanzgefäße mit Aussaat- und Kräuterde. Dafür habe ich übers Jahr Obsttassen, am besten die mit Deckel (Weintrauben), gesammelt. Ansonsten tun’s auch Plastikblumentöpfe oder andere Gefäße. Manche nehmen auch Klopapierrollen, aber diese trocknen mir zu schnell aus.

    Die spezielle Aussaaterde ist empfehlenswert, da die Samen in normaler Blumen- oder gar Gartenerde nicht gut keimen würden. Und man benötigt ja nicht viel davon.

    So, nun drücke ich die Erde ein bisschen an, besprühe sie mit einer Sprühflasche mit Wasser und los geht die Aussaat.

  • Die Aussaat

    Nun lege ich die Tomatensamen einer Sorte im Abstand von mind. 3 cm (je nach verfügbarer Fläche) auf die Erde und bedecke sie leicht mit frischer, trockener Aussaaterde. Gerade so, dass die Samen nicht zu sehen sind.

    Nun wird wieder mit der Sprühflasche drübergesprüht.

    Und ganz wichtig: ja nicht vergessen, die Sorte zu beschriften! Keine Chance, die Pflanzen jemals wieder auseinanderzuhalten… Ich säe mehrere Sorten in einer Aussaatschale und trenne sie durch Holzstäbchen voneinander. So kommt nichts durcheinander.

    Nach dieser „Futzelarbeit“ kommen bei mir die Aussaatschalen in eine Kunststoffkiste mit Deckel (ich nehme gerne die transparenten Kisten von Ikea) und ab damit an einen warmen Ort. Hell muss er nicht sein, aber schön warm.

    Und nun heißt’s täglich danach schauen, ob die Erde noch feucht ist und sich vielleicht schon ein Keim zeigt. Dabei lüfte ich auch immer den Deckel, damit ja nichts zu schimmeln beginnt.

  • Die Jungpflanzen

    Je nach Sorte und Bedingungen kann man schon nach wenigen Tagen erste Keime entdecken. Das ist jedes Jahr wieder ein schöner Anblick. Aus diesen nichtssagenden, scheinbar toten Samenfutzelchen entwickelt sich eine stattliche Tomatenpflanze. Eigentlich ein Wunder, oder?

    Das ist der Zeitpunkt, wo die Aussaatschalen ins Licht müssen. Ich entferne den Deckel und stelle die Keimlinge an einen warmen, sonnigen Platz, am besten auf einer Fensterbank.

    Nun kann man den Pflanzen förmlich beim Wachsen zuschauen. Langsam reckt sich der Keimling, streckt die Keimblätter in die Höhe und nach ein bis zwei Wochen, oder auch früher, stehen schon kräftige Mini-Jungpflänzchen im Joghurtbecher.

    Damit die Pflänzchen sich wirklich kräftig entwickeln und nicht dünn und mager in die Höhe stehen, ist es wichtig, den sonnigsten Platz für sie auszusuchen.

  • Das Pikieren

    Unter diesem Begriff versteht man das Umpflanzen der Mini-Jungpflanzen in eigene Töpfchen, damit sie genügend Platz und Erde zum Wachsen haben.

    Und das geht so:

    Sobald sich die Keimblätter schön entwickelt haben und ev. schon das zweite Blattpaar in Sicht ist – spätestens jedoch wenn sich die Pflänzchen gegenseitig berühren – bekommen meine Pflanzenkinder ein eigenes „Zimmer“ (im Familienjargon…).

    Ich bereit mir folgende Dinge vor, damit die Arbeit später flotter von der Hand geht:

    1. Mit Aussaaterde gefüllte Plastikblumentöpfchen, ca. 10cm Durchmesser
    2. Holzspan, Zündholz oder professionelles Pikierstäbchen
    3. Pflanzenstecker zum Beschriften der Töpfchen

    Dann hebe ich vorsichtig (!) ein Pflänzchen mit dem Werkzeug aus der Erde, ohne sie zu zerdrücken oder die Wurzel zu beschädigen. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt.

    Aber nun geht’s der langen Pfahlwurzel doch an den Kragen. Denn sie wird zu 1/3 mit dem Fingernagel abgeknipst – das regt den Wuchs zusätzlich an.

    Nun bohre ich mit dem Finger ein Loch in die Erde des Töpfchens und setze die Pflanze hinein. Und zwar so weit, dass die Keimblätter gerade herausstehen. Dadurch bildet die Pflanze noch mehr Wurzeln und wird standfester.

    Andrücken, vorsichtig wässern und – WICHTIG – beschriften. Ich betone das deshalb, da ich Sie davor bewahren möchte, den gleichen Fehler zu machen wie ich vor Jahren…

    Jetzt heißt’s ab an einen sonnigen Platz, mit ca. 15-20°C Grad. Da gefällt es den Pflanzen am besten und sie wachsen langsam zu kräftigen Jungpflanzen heran – regelmäßiges Gießen nicht vergessen!

  • Das Auspflanzen

    Es macht Freude, den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen. Bis Mitte Mai müssen sie drinnen bleiben, möglichst sonnig und nicht zu warm! Denn auf der Fensterbank im Wohnraum, wo es bei Sonnenschein mehr als 22°C hat, würden sie zu langen, dünnen, schlacksigen Pflanzen werden.

    Aber ab Mitte Mai, nach den sog. Eisheiligen, wenn normalerweise kein Frost mehr zu erwarten ist, dürfen die Tomatenpflanzen nach draußen.

    Wohin pflanzt man nun die Gewächse?

    Ich kultiviere sich einerseits in großen Töpfen (ca.15-20 Liter Erde) unter Dach, andererseits im Folientunnel. In Letzteren kommen die Ochsenherztomaten und San Marzano, die immer massenhaft fruchten und die Basis für einen Winter lang Tomatensauce im Glas liefern.

    Im Hof – warm, sonnig, wind- und regengeschützt – stehen die speziellen Sorten zum Weitervermehren und Ausprobieren.

    In manchen Gegenden und in trockenen Sommern gelingt sicher auch der Anbau im Freien. Bei uns im Mühlviertel, auf ca. 600m Seehöhe ist dies aber sehr unsicher. Zu schnell kann die Ernte durch die lästige Krautfäule, welche meistens auftritt, wenn die Pflanzen im Regen stehen, vernichtet werden.

    Das Auspflanzen:

    Da Tomaten Starkzehrer sind und damit viel Nährstoffe benötigen, setze ich sie in nahrhafte Erde:

    In die Töpfe lege ich unten eine dicke Schicht ungewaschen Schaf-Schurwolle zur Düngung und Wasserspeicherung. Darauf kommt Bio-Blumenerde aus dem Sack. Sicher geht auch Gartenerde mit Kompost gemischt.

    Nun wird die Jungpflanze vorsichtig hineingesetzt – wieder bis zum unteren Blattpaar! -, festgedrückt und gewässert.

    Damit die Pflanzen sicher stehen und nicht umkippen, stecke ich eine Stange in den Topf oder binde sie mit einer Schnur fest. Wie das genau geht? Man bindet die – nicht zu dünne – Schnur am Fuße der Pflanze locker fest, windet sie rund um die Schnur und befestigt diese irgendwo weiter oben, in einer Höhe von ca. 3 Metern. Am besten mit einer Schlaufe, damit die Schnur später gespannt werden kann.

    Im Tunnel habe ich die Erde vorher schon – im zeitigen Frühjahr – mit Pferdemist gedüngt und einen organischen Dünger (Hornspäne und Urgesteinsmehl) untergeharkt. Und natürlich mit der Grabegabel tief gelockert.

    Auch hier werden die Jungpflanzen möglichst tief eingesetzt, ev. sogar liegend, damit sich viele Wurzeln bilden.

    Nun mulche ich den Boden mit Grasschnitt, gieße und stütze die Pflanzen wie oben beschrieben.

    Auch hier nicht die Beschriftung vergessen!…

  • Die Pflege

    Nun heißt’s: laufend die Achseltriebe ausgeizen, den Haupttrieb immer wieder um die Schnur bzw. Stange winden und ab ca. Ende Juni mit Brennnesseljauche wöchentlich düngen.

    Besonders im Kübel muss laufend und konsequent gegossen werden, da Tomaten bei Hitze (v.a. in schwarzen Töpfen) mehr Wasser verdunsten, als sie aufsaugen können.

    Im Gewächshaus gieße ich die Pflanzen selten, aber dann sehr kräftig und intensiv. Um mir die Arbeit zu erleichtern und die Pflanzen nur im Wurzelbereich zu wässern habe ich mir eine Tropfbewässerung gegönnt, die unter der Mulchdecke verlegt ist.

    Dieser Perlschlauch ist sehr empfehlenswert, da ich nur den Wasserhahn aufdrehen muss und das Wasser dann ganz langsam, tief und effizient ins Erdreich dringt.

    Im Freiland kommen Tomaten grundsätzlich ohne Bewässerung aus. Sie bilden sehr lange, tiefe Wurzeln aus, mit denen sie Zugriff zu tieferliegenden, feuchten Schichten bekommen, auch wenn die Erdoberfläche trocken ist.

    Bei oftmaligem, kurzem Gießen bilden sie nur oberflächliche Wurzeln aus und gehen bei einer kurzen Trockenperiode gleich ein.

    In Kroatien sieht man übrigens Tomaten auf großen Ackern gepflanzt – bei sengender Hitze den ganzen Sommer lang. Da geht sicher niemand allabendlich mit der Gießkanne vorbei…

Lange Zeit waren Bohnen ein Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung. Bis vor einigen Jahren waren sie jedoch eher als „Arme-Leute-Essen“ verpönt und verschwanden beinahe vom Speisezettel hierzulande.

Völlig zu Unrecht, denn dieses sehr ballaststoffreiche, lange haltbare, sättigende und eisen- und folsäurehältige Gemüse ist auch in der Küche ein Alleskönner.

Wer Genaueres über die gesundheitlichen Aspekte von Bohnen lesen möchte, findet im Internet zahlreiche Artikel.

Mir imponiert die Bohne einfach ihrer vielfältigen Verwendungsmöglichkeit, ihrer unkomplizierten Gartentauglichkeit und ihrer unglaublich großen Sortenvielfalt wegen.

Wie ich die Bohnen vom Samen bis zur Ernte kultiviere, möchte ich im Folgenden erklären. Übrigens: Stangenbohnen eignen sich auch für die Topfkultur am Balkon!

In meiner Gartenpraxis unterscheide ich zwischen Stangen- und Buschbohnen einerseits, und der Verwendung als Trockenbohnen oder Fisolen (essbare Schoten) andererseits.

Stangenbohnen benötigen aufgrund ihrer vertikalen Wuchsart wenig Platz, dafür aber etwas Vorbereitung (Rankhilfe aufstellen). Sie verwende ich hauptsächlich als Trockenbohnen, d.h. ich lasse sie ausreifen und ernte die trockenen Kerne. Sie stehen etwas weiter weg am Bohnenacker und benötigen bis zur Ernte im September nur wenig Pflege.

Buschbohnen werden dafür früher reif, können lange nachgesät werden und sind leichter zu ernten. Sie erhalten einen prominenten Platz im Gemüsegarten, wo ich regelmäßig die Schoten (österr. Fisolen) ernte.

  • Die Vorbereitung

    Bohnen lassen sich grundsätzlich einfach in die Erde stecken und wachsen dann normalerweise problemlos.
    Wenn, ja wenn da nicht die „lieben“ Schnecken wären. Da ich von den vielen verschiedenen Sorten nur wenige Samen säe, sind sie mir als Schneckenfutter einfach zu schade.

    Also heißt es bei mir: vorziehen.

    Damit beginne ich Anfang Mai. Zwei bis drei Wochen sind zum Bilden von 2-4 Blattpaaren lange genug und ins Freie setzen kann ich sie ohnehin erst Mitte bis Ende Mai.

    Das ist eine Lektion, die mich mein Garten bisher gelehrt hat: den richtigen Zeitpunkt zu erkennen. Früh ist nicht unbedingt besser! Außer beim Kartoffelkäfer-Sammeln. Aber das ist eine andere Geschichte…

    Damit die Bohnenkerne ohne Probleme und pilzfrei keimen können, weiche ich sie vorher kurz in lauwarmem Kamillentee ein. Kurz bedeutet: nicht länger als 1 Stunde. Denn allzu leicht verfaulen sie in der Erde, wenn sie sich zu sehr „angesoffen“ haben.

    Inzwischen bereite ich die Anzuchttöpfchen vor: ich fülle etwas größere Töpfe mit ca. 12 cm Durchmesser zu 2/3 mit Anzuchterde (Kräutererde) und feuchte die Erde etwas an.

    Pro Bohnenstange benötige ich 1 Topf.

  • Die Aussaat

    Nun lege ich pro Topf 6-8 eingeweichte Bohnenkerne auf die feuchte Erde. Diese sollte nicht nass sein, sondern nur etwas feucht. Darauf kommt nun eine Schicht von ca. 1 cm Aussaaterde. Ein altes Sprichwort lautet: die Bohnen sollen das 12-Uhr-Läuten noch hören. Also nicht zu tief säen!

    Anschließend kommt etwas ganz wichtiges dran: das Beschriften. Ich muss gestehen, dass ich letztes Jahr einen großen Fehler diesbezüglich gemacht habe. Aus – ähem – Bequemlichkeit verzichtete ich auf ordentliche Pflanzenstecker, sondern schrieb die Sortennamen nur auf ein Stückerl Malerkrepp-Klebeband. Mit Bleistift.

    Tja, die verschiedenen Gemüsesorten ließen sich schlussendlich nicht mehr auseinanderhalten, da die Feuchtigkeit die Beschriftung gänzlich verschwinden ließ. So fanden sich am Kürbisfeld Zucchini und Gurken – wo ich sie nicht haben wollte, und die Bohnen waren bis zur Ernte auch nicht mehr auseinanderzuhalten… Also: fein säuberlich beschriften!

    Jetzt heißt’s: warm aufstellen (muss anfangs nicht hell sein) und leicht feucht halten, aber keinesfalls zu viel gießen! Denn dass Bohnen nicht austreiben liegt meist daran, dass sie sich in der nassen Erde ganz einfach aufgelöst haben.

  • Die Jungpflanzen

    Je nach Sorte und Bedingungen kann man schon nach wenigen Tagen erste, dicke Keime entdecken. Das ist jedes Jahr wieder ein schöner Anblick.

    Die Töpfchen sollten natürlich hell und vor Frost geschützt aufgestellt und nicht zu feucht gehalten werden. Dann wachsen die Keimlinge innerhalb von 2-3 Wochen zu stattlichen Jungpflanzen heran.

    Achtung: Bohnen werden nicht pikiert!

  • Das Auspflanzen

    Es macht Freude, den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen. Bis Mitte Mai müssen sie drinnen bleiben, möglichst sonnig und nicht zu warm!

    Aber ab Mitte Mai, nach den sog. Eisheiligen, wenn normalerweise kein Frost mehr zu erwarten ist, dürfen die Bohnenpflanzen nach draußen.

    Wie gesagt ist auch ein direktes Stecken der Bohnensamen in die Erde möglich. Sicherer ist allerdings das Vorziehen.

    Als Vorbereitung habe ich schon 2-3 m lange Bohnenstangen in die Erde gesteckt. Zugegebenermaßen ist das eine weniger lustige, eher anstrengende Arbeit.

    Letztes Jahr habe ich mir in unserem eigenen Wald (ansonsten den Besitzer fragen!) neue Bohnenstangen geholt, indem ich 5-6 cm dicke, gerade gewachsene Stämme (Haselnuss eignet sich perfekt) in der passenden Länge abgesägt und sie heimgeschleppt habe. Eine Investition in die Zukunft…

    Das Jahr davor probierte ich dünne Kanter, die aber den Bohnenranken keinen Halt gaben, da diese aufgrund der eckigen Kanten nicht kapierten, wo sie hinaufranken sollten. Bohnenstangen müssen also rund sein.

    Oder man spannt irgendwo Schnüre, wo die Bohnen hinaufklettern können. Da sich Stangenbohnen auch für Töpfe eignen, wäre das ein guter Sichtschutz für den Balkon.

    Nun setze ich also rund um jede Bohnenstange die 6-8 vorgezogenen Pflänzchen, aber vorsichtig, damit die Wurzeln nicht beleidigt werden.

    Auch hier bitte die Beschriftung nicht vergessen! Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass eine Sturmböe die Stangen wie Mikadostäbchen durcheinanderwirbeln kann. Und wenn dann, wie bei mir, die Beschriftung nur auf den Stangen angebracht ist, wird das Zuordnen zu den Pflanzen ein Riesenspaß… Daher besser die Pflanzen auch beschriften.

  • Die Pflege

    Stangenbohnen brauchen relativ wenig Pflege. Außer gelegentlichem Jäten und ev. Aufbinden bzw. Leiten der Triebe ist nichts zu tun außer beim Wachsen zuzuschauen.

    Im Topf benötigen die Pflanzen natürlich regelmäßiges Gießen, jedoch als Schwachzehrer keinen Dünger.

  • Die Ernte

    Die Sorten, welche zarte Schoten hervorbringen, können als Fisolen/grüne Bohnen geerntet werden. Die anderen Sorten lasse ich bis Ende September an den Stangen hängen. Zumindest bis die Schoten knackend-trocken sind.

    Sollte zu dieser Zeit eine längere Regenperiode oder gar schon Minusgrade drohen, so ernte ich die Schoten schon, auch wenn sie noch nicht ganz trocken sind. Aufgebreitet am Boden im warmen Heizraum trocknen und reifen sie bald nach.

    Da ich viele verschiedene Bohnensorten am Feld habe, achte ich darauf, die Sorten bei der Ernte nicht zu vermischen. Ansonsten würde das Auseinanderhalten und Sortieren zu mühsam werden. Auch ähneln sich viele Sorten zu sehr, um sie unterscheiden zu können.

    Bisher gab es bei mir keine Probleme mit dem Bohnenkäfer, der mancherorts ganze Ernten vernichtet. In diesem Fall ist es notwendig, die vollkommen getrockneten Bohnen tiefzukühlen, um eventuelle Käfer zu vernichten.

    Bei uns werden die Bohnen im Laufe des Winters – meistens von den Kindern – ausgelöst und luftdicht aufbewahrt.

    Von allen unseren samenechten Bohnensorten können Sie eigenes Saatgut fürs nächste Jahr auf die Seite legen. Der Rest wird im Winter einfach verspeist!

Some like it HOT!

Wenn Sie auch zu dieser „heißen“ Spezies gehören, dann probieren Sie doch einmal, Ihre Pflanzen selbst zu ziehen! Die schier unendliche Vielfalt an Chilisorten macht die Auswahl nicht gerade einfach. In unserem Online-Shop finden Sie ausgewählte Sorten, die in unseren Breiten (auf 600m Seehöhe) im Folientunnel noch gut reif wurden.

Grundsätzlich brauchen Chili vieeeeel Wärme, das ist kein Geheimnis. Daher ist der wärmste Platz zur Anzucht gerade gut genug.

Da es im Internet wirklich gute, empfehlenswerte Chili-Spezialisten gibt, die mit sehr detaillierten Anleitungen aufwarten können, beschränke ich mich auf eine einfache, schrittweise Anzucht-Anleitung – eben so, wie ich es mache.

Also, gehen wir ans Werk. Mit den folgenden, von mir jährlich ausgeführten, Schritten sollte Ihrer erfolgreichen Chilianzucht nichts im Wege stehen.

  • Die Vorbereitung

    Da Chilipflanzen eine relativ lange Reifezeit haben, sät man sie bereits im späten Winter, so um Anfang Februar herum. Manche beginnen auch früher, aber ich warte immer bis zur ersten Februarwoche. Irgendwie werden die Pflanzen bei mir sonst zu schlacksig und dünn.

    Da, wie gesagt, die Chilisamen sehr viel Wärme zum Keimen benötigen, verwende ich folgendes beheizbares Mini-Gewächshaus für die Fensterbank: „Garland Aufzuchtstation beheizt – Super 7“. Damit bin ich sehr zufrieden und die Pflanzen keimen gut.

    Ersatzweise kann man aber auch normale Aussaatschalen oder Joghurtbecher etc. verwenden, die man dann mit einem Plastiksackerl überdeckt, um ein tropisches Kleinklima zu erzeugen. Einfach auf die Heizung oder ins warme Wohnzimmer stellen.

    Pflanzenstecker zur Beschriftung und Aussaaterde werden außerdem noch benötigt.

  • Die Aussaat

    Ich fülle nun die Aussaatschalen mit spezieller, nährstoffarmer Aussaaterde an, drücke die Oberfläche etwas fest und lege die Chilisamen im Abstand von ca. 3 cm darauf. Nun sprühe ich mit der Sprühflasche etwas Wasser darauf.

    Dann werden die Samen mit etwas trockener Erde bedeckt und wieder mit Wasser besprüht. Würde man normal gießen, würden die Samen durch den Wasserstrahl durcheinander gewirbelt werden. Also lieber sprühen.

    Achtung: auch hier will ich die Wichtigkeit konsequenter Beschriftung betonen. Sie glauben gar nicht, welche Ratlosigkeit sich einstellen kann, wenn man die Sorten nicht sauber beschriftet hat – keine Chance sie jemals auseinanderhalten zu können! Außer bei der Ernte vielleicht…

    Und nun heißt’s für die Samen: ab auf die Fensterbank. Wie schon erwähnt, brauchen Chilisamen eine warme und feuchte Umgebung zum Keimen.

    Immer wieder sollten die Deckel bzw. Sackerl-Hauben jedoch zum Lüften und Wassersprühen abgehoben werden.

  • Die Jungpflanzen

    Je nach Chilisorte dauert es zwischen 1 und 4 Wochen, bis sich das erste Grün im Kistl zeigt. Da kann man schon einmal ungeduldig werden…

    Nach und nach schieben sich dann die Keimblätter hervor, entfalten sich und wollen von nun an so viel Sonnenlicht wie möglich haben! Die Wärme ist ab jetzt gar nicht mehr so entscheidend – es genügen durchaus um die 15-20°C. Bei zu wenig Licht werden die Pflanzen nicht kräftig und gedrungen genug – daher benützen manchen im Spätwinter auch Pflanzenlampen.

  • Das Pikieren

    Unter diesem Begriff versteht man das Umpflanzen der Mini-Jungpflanzen in eigene Töpfchen, damit sie genügend Platz und Erde zum Wachsen haben.

    Und das geht so:

    Sobald sich die Keimblätter schön entwickelt haben und ev. schon das zweite Blattpaar in Sicht ist – spätestens jedoch wenn sich die Pflänzchen gegenseitig berühren – bekommen meine Pflanzenkinder ein eigenes „Zimmer“ (im Familienjargon…).

    Ich bereit mir folgende Dinge vor, damit die Arbeit später flotter von der Hand geht:

    1. Mit Aussaaterde gefüllte Plastikblumentöpfchen, ca. 10cm Durchmesser
    2. Holzspan, Zündholz oder professionelles Pikierstäbchen
    3. Pflanzenstecker zum Beschriften der Töpfchen

    Dann hebe ich vorsichtig (!) ein Pflänzchen mit dem Werkzeug aus der Erde, ohne sie zu zerdrücken oder die Wurzel zu beschädigen. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt.

    Aber nun geht’s der langen Pfahlwurzel doch an den Kragen. Denn sie wird zu 1/3 mit dem Fingernagel abgeknipst – das regt den Wuchs zusätzlich an.

    Nun bohre ich mit dem Finger ein Loch in die Erde des Töpfchens und setze die Pflanze hinein. Und zwar so weit, dass die Keimblätter gerade herausstehen. Dadurch bildet die Pflanze noch mehr Wurzeln und wird standfester.

    Andrücken, vorsichtig wässern und – WICHTIG – beschriften. Ich betone das deshalb, da ich Sie davor bewahren möchte, den gleichen Fehler zu machen wie ich vor Jahren…

    Jetzt heißt’s ab an einen sonnigen Platz, mit ca. 15-20°C Grad. Da gefällt es den Pflanzen am besten und sie wachsen langsam zu kräftigen Jungpflanzen heran – regelmäßiges Gießen nicht vergessen!

  • Das Auspflanzen

    Frühestens Mitte Mai, also nach den sogenannten Eisheiligen, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, dürfen die Chilipflanzen endlich ins Freie.

    Ich setze sie einerseits in Töpfe und stelle sie an den sonnigsten, wärmsten Platz im Innenhof, den ich finden kann. Andererseits ist natürlich unser Folientunnel das ideale Zuhause für unsere Chilipflanzen.

    Als Töpfe eignen sich am besten solche mit ca. 10-15l Fassungsvermögen. Tipp: als ich einmal zu wenig Töpfe zur Verfügung hatte, nahm ich kurzerhand alte Baueimer aus unserer Baustellenzeit, bohrte ein paar Abzugslöcher in den Boden und fertig waren einfache, günstige Pflanzgefäße. Der praktische Henkel machte das etwas baustellenmäßige Aussehen allemal wett…

    Die Jungpflanzen werden nun am besten in Bio-Gemüseerde gesetzt, mit einem Stab gestützt und angegossen. Nun heißt’s regelmäßig gießen und sich auf die scharfe Ernte freuen.

    Im Folientunnel setze ich die Pflanzen ebenfalls in gute Komposterde, dünge sie mit Hornspäne und verwöhne sie von Zeit zu Zeit mit Brennnesseljauche.

     

    Aber ab Mitte Mai, nach den sog. Eisheiligen, wenn normalerweise kein Frost mehr zu erwarten ist, dürfen die Chilipflanzen nach draußen.

    Wohin pflanzt man nun die Gewächse?

    Ich kultiviere sich einerseits in großen Töpfen (ca.15-20 Liter Erde) unter Dach, andererseits im Folientunnel. In Letzteren kommen die Ochsenherztomaten und San Marzano, die immer massenhaft fruchten und die Basis für einen Winter lang Tomatensauce im Glas liefern.

    Im Hof – warm, sonnig, wind- und regengeschützt – stehen die speziellen Sorten zum Weitervermehren und Ausprobieren.

    In manchen Gegenden und in trockenen Sommern gelingt sicher auch der Anbau im Freien. Bei uns im Mühlviertel, auf ca. 600m Seehöhe ist dies aber sehr unsicher. Zu schnell kann die Ernte durch die lästige Krautfäule, welche meistens auftritt, wenn die Pflanzen im Regen stehen, vernichtet werden.

    Das Auspflanzen:

    Da Tomaten Starkzehrer sind und damit viel Nährstoffe benötigen, setze ich sie in nahrhafte Erde:

    In die Töpfe lege ich unten eine dicke Schicht ungewaschen Schaf-Schurwolle zur Düngung und Wasserspeicherung. Darauf kommt Bio-Blumenerde aus dem Sack. Sicher geht auch Gartenerde mit Kompost gemischt.

    Nun wird die Jungpflanze vorsichtig hineingesetzt – wieder bis zum unteren Blattpaar! -, festgedrückt und gewässert.

    Damit die Pflanzen sicher stehen und nicht umkippen, stecke ich eine Stange in den Topf oder binde sie mit einer Schnur fest. Wie das genau geht? Man bindet die – nicht zu dünne – Schnur am Fuße der Pflanze locker fest, windet sie rund um die Schnur und befestigt diese irgendwo weiter oben, in einer Höhe von ca. 3 Metern. Am besten mit einer Schlaufe, damit die Schnur später gespannt werden kann.

    Im Tunnel habe ich die Erde vorher schon – im zeitigen Frühjahr – mit Pferdemist gedüngt und einen organischen Dünger (Hornspäne und Urgesteinsmehl) untergeharkt. Und natürlich mit der Grabegabel tief gelockert.

    Auch hier werden die Jungpflanzen möglichst tief eingesetzt, ev. sogar liegend, damit sich viele Wurzeln bilden.

    Nun mulche ich den Boden mit Grasschnitt, gieße und stütze die Pflanzen wie oben beschrieben.

    Auch hier nicht die Beschriftung vergessen!…